Rasse

Der Tibetterrier, der eigentlich gar kein Terrier (Jagdhund) ist, stammt aus dem hohen Gebirge des Tibets. Seine Entstehung liegt über 2000 Jahre zurück. Aufgezogen, gepflegt und verehrt wurde die Rasse in Klöstern, und die Mönche betrachteten sie als Glücksbringer. Ein Handel wurde nicht betrieben, aber als Lohn oder Dank kamen zahlreiche Hunde zu Nomaden. Hier verbrachten sie ein Wanderleben, das sehr hart war. Eingesetzt wurden sie zum Hüten von Ziegenherden, und ausserhalb ihres Dienstes waren sie gern gesehene Familienmitglieder. 
Offiziell wurde der Tibetterrier im Jahre 1920 in Europa eingeführt. Er ist ein kräftiger, widerstandsfähiger Hausgenosse, der nicht selten älter als 15 Jahre wird! Er ist mittelgross, das heisst durchschnittlich 38 cm. Seine üppig behaarte Rute ist hoch angesetzt und wird eingerollt über dem Rücken getragen. Ausser braun ist jede Farbe erlaubt, auch zwei- oder dreifarbig. 
Er ist intelligent, gelehrig, anpassungsfähig, sportlich und manchmal auch etwas dickköpfig. Für Erwachsene ist er ein treuer Begleiter, für Kinder ein ausdauernder Spielkamerad und guter Kumpel. Der Tibetterrier besticht durch seinen Charme, das üppige Haarkleid und vor allem sein angenehmes, fröhliches Wesen.

FCI-Standard Nr. 209 / Tibetterrier:

Allgemeines Erscheinungsbild:
Robust, von mittlerer Grösse, langhaarig, mit quadratischer Silhouette, resoluter Ausdruck.

Charakteristika:
Lebhaft, gutmütig, treuer Kamerad, mit vielen einnehmenden Wesenszügen.

Wesen:
Aus sich herausgehend, wachsam, intelligent und mutig, weder ungestüm noch streitsüchtig, Fremden gegenüber zurückhaltend.

Kopf/Schädel:
Von mittlerer Länge, weder breit noch grob, von den Ohren zu den Augen hin schmaler werdend, zwischen den Ohren weder gewölbt noch völlig flach, Jochbein gebogen, aber nicht so übermässig ausgeprägt, dass es vorgewölbt ist, deutlicher, aber nicht übertrieben ausgeprägter Stop in Höhe der Augenpartie, kräftiger Fang, gut entwickelter Unterkiefer. Die Länge von den Augen zur Nasenspitze ist gleich der Länge von den Augen bis zur Schädelbasis. Nase schwarz, Kopf reichlich mit langem Haar bedeckt, das vorn über die Augen fällt. Am Unterkiefer befindet sich ein kleiner, nicht übertrieben ausgebildeter Bart.

Augen:
Gross, rund, weder hervorquellend noch tief liegend, ziemlich weit auseinander liegend, dunkelbraun, Augenlider schwarz.

Ohren:
Hängend, nicht zu dicht am Kopf anliegend getragen, V-förmig, nicht zu gross, üppig behaart.

Gebiss:
Scherengebiss oder umgekehrtes Scherengebiss, die Schneidezahnreihe bildet einen leichten Bogen, wobei die Schneidezähne in regelmässigem Abstand und senkrecht im Kiefer stehen.

Vorhand:
Stark behaart, Schultern gut schräg zurückgelagert, Läufe gerade und parallel stehend, Vordermittelfuss leicht schräg.

Körper:
Gut bemuskelt, kompakt und kraftvoll, Länge von der Schulterblattspitze zum Rutenansatz gleich der Widerristhöhe, weit zurückreichender Brustkorb, Rücken über dem Rippenschiff gerade, Lendenpartie kurz, leicht gebogen, gerade Kruppe.

Hinterhand:
Stark behaart, Kniegelenk gut gewinkelt, tief stehende Sprunggelenke.

Pfoten:
Gross, rund, zwischen den Zehen und Ballen reichlich behaart, gut flach auf dem Boden stehend, keine Wölbung in den Pfoten.

Rute:
Mittellang, ziemlich hoch angesetzt und fröhlich eingerollt über dem Rücken getragen, sehr üppig behaart, ein Knick an der Spitze kommt oft vor und ist erlaubt.

Gangart/Bewegung:
Zügig, guter Vortritt, kraftvoller Schub, in Schritt und Trab sollen die Hinterläufe weder inner- noch ausserhalb der Spur der Vorderläufe fussen.

Haarkleid:
Doppelt, Unterwolle fein und wollig, Deckhaar üppig fein, jedoch weder seidig noch wollig, lang, glatt oder gewellt, aber nicht lockig.

Farbe:
Weiss, gold, grau, schwarz, zobel, zwei- oder dreifarbig, eigentlich ist jede Farbe, mit Ausnahme von schokoladen-/leberbraun, erlaubt.

Grösse:
Schulterhöhe bei Rüden: 35,6 – 40,6 cm; Hündinnen geringfügig kleiner.

Fehler:
Jede Abweichung von den genannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Anmerkung:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.